Naturkundliche Vereinigung Langenhagen e.V.
Nachruf für unseren Freund, Kollegen und Mitarbeiter Matthias Grützmacher
Am 28.03.2021 ist Matthias Grützmacher im Alter von 54 Jahren völlig unerwartet verstorben.

Matthias war Biologie- und Musiklehrer an der Leonore-Goldschmidt-Schule, IGS Hannover Mühlenberg. Mit ihm verbindet uns eine großartige Zusammenarbeit, die aus dem gemeinsamen Projekt „Forschen macht Schule“ hervorgegangen ist.

Im Rahmen der jahrzehntelangen Zusammenarbeit unserer Schulen, der IGS Mühlenberg und der IGS List, hat sich Matthias in mehr als 4000 ehrenamtlich geleisteten Stunden für den Bau eines mobilen Forschungslabors, des BioLAB eingesetzt und es zu einem absoluten Vorzeigeprojekt entwickelt.

Mit diesem BioLAB haben wir – unter der Leitung von Matthias - viele und ausgezeichnete Freilandexkursionen zur Erforschung unserer heimischen Natur durchgeführt. Dazu zählen sowohl die Einsätze in den Schutzgebieten der NVL (Sandgrube Engelbostel und Streuobstwiese Kananohe) als auch im Besonderen die „legendären“ Mooreinsätze in der Hannoverschen Moorgeest, an denen viele hundert Schüler*innen, Lehrer*innen, FÖJler*innen, Eltern und ehrenamtliche Helfer*innen teilgenommen haben.

Biolab mit M. Rützmacher

Matthias Grützmacher (vorn 2. von links) mit Schülern vor dem Bio LAB
Matthias verband dabei seine hohe Motivation für forschend-entwickelndes Lernen mit der Begeisterung, einen Beitrag zur Erhaltung unserer Natur zu leisten.

Wir verlieren mit Matthias einen verlässlichen Freund, einen in besonderer Weise den Menschen zugewandten Lehrer, einen Menschen, dessen Gegenwart seine Umgebung bereicherte.

Mit seinem Engagement, seinem Fachwissen und seiner stets guten Laune war Matthias immer ein Vorbild und eine Orientierung für alle Beteiligten.

Sein Tod reißt eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Wir werden Matthias in ehrenvoller Erinnerung und in unseren Herzen behalten.

Im Namen des Vorstands der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen,

Hans-Jürgen Ratsch
(1. Vorsitzender)
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Neuer Aussichtsturm im Bissendorfer Moor steht Besuchern jetzt offen
Aussichtsturm Bissendorfer Moor Beste Blicke ins Bissendorfer Moor gibt es nun auch wieder von der Langenhagener Seite. Die Region Hannover hat den maroden Aussichtsturm im Süden des Hochmoores durch einen ebenbürtigen Nachfolgebau ersetzen lassen. Der neue Turm mit einer Aussichtsplattform in sechs Meter Höhe über Gelände besteht in den tragenden Elementen aus Eiche, im Übrigen aus Lärche. Das Holz stammt aus nachhaltigem Waldbau. Die Region Hannover hat als Auftraggeberin dafür rund 50.000 Euro investiert.

"Das Bissendorfer Moor gehört zu den wenigen weitestgehend erhaltenen naturnahen Hochmooren Niedersachsens", so Christine Karasch, Umweltdezernentin der Region Hannover. "Durch den Turm kann diese faszinierende Landschaft nun wieder mit Weitblick erlebt werden." Da er ein Meter höher ist als der Vorgänger, bietet der Aussichtsturm einen noch besseren Blick auf den Muswillensee, einem natürlichen Moorkolk, sowie die baumfreie Hochmoorfläche.

Blick ins Bissendorfer Moor

Blick ins Bissendorfer Moor
Das gut 700 Hektar große Bissendorfer Moor steht im Kern seit 1971 unter Naturschutz. Zusammen mit dem Otternhagener, Helstorfer und dem Schwarzen Moor gehört es zur Nordhannoverschen Moorgeest. Alle vier Moore tragen das europäische Prädikat "Natura 2000"-Gebiet. Ein LIFE+-Projekt mit Mitteln der Europäischen Union soll helfen diese Moorlandschaften wieder zu vernässen und damit wertvolle Lebensräume für nachfolgende Generationen zu sichern und zu entwickeln. Das Projekt leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Zum Bissendorfer Moor führt der Themenradweg "Von Moor zu Moor", der auf 100 Kilometern insgesamt sieben verschiedene Moorgebiete im Norden der Region Hannover verbindet.

Der alte Südturm im Bissendorfer Moor stammte aus dem Jahr 1984, seine Errichtung wurde noch von der Bezirksregierung in Auftrag gegeben und wurde seit deren Auflösung vom Fachbereich Umwelt der Region unterhalten. Schon 2017 ist ebenfalls aus Mitteln der Region Hannover der Aussichtsturm im Norden auf dem Gebiet der Gemeinde Wedemark erneuert worden.

Hinweis für Besucherinnen und Besucher: Der neue Turm steht am Ende eines Stichweges. Das Verlassen des Weges ist zum Schutz der empfindlichen Vegetation, störempfindlicher Arten und nicht zuletzt zum Schutz der Besucher verboten.

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Aktueller Stand im NIL
Einbau eines neuen Unterrichtsraumes im alten Wasserturm
In unserem letzten NVL-Flyer stand auf Seite 3 unter der Überschrift: „Geschichte und aktueller Stand unseres NIL (Natur-Informationszentrum-Langenhagen)“ folgender Satz: „Projektierung eines neuen Unterrichtsraums im Turm …, Baubeginn ab August 2020“. Diesen Termin konnten wir nicht ganz einhalten, aber dafür ging es ab Oktober umso schneller voran!

Die Zimmereifirma Holzverbindung aus Langenhagen hat inzwischen die gesamte Holzkonstruktion für unseren neuen Unterrichtsraum und den darüber liegenden Vorratsboden mit Wärme- und Brandschutzdämmungen eingebaut. Fa. Recoullé hat die Wasser- und Heizungsinstallationen vorgenommen und Fa. Heitmüller arbeitet in enger Verbindung mit der Stadt Langenhagen an den Elektroanlagen. Unser Bauleiter, NVL-Mitglied Johann Mayer ist täglich im Turm und koordiniert die Bautätigkeiten. Christa Donath, die „gute Seele des Turms“ versorgt unsere fleißigen Handwerker*innen mit Kaffee und Frühstück.

Rainer Skowronek (NVL) hat die Finanzierung des neuen Unterrichtsraums durch vielfältige Anträge an mögliche Sponsoren unterstützt. Durch die großzügige Unterstützung der Sparkasse Hannover, mit einem fünfjährigen Fördervertrag,  konnte dieses Projekt jetzt begonnen werden. Inzwischen ist auch schon unsere Drechselwerkstatt „malerisch“ renoviert und funktionstüchtig eingerichtet.

Die Sparkasse Hannover unterstützt mit einem fünfjährigen Fördervertrag den Ausbau des alten Wasserturms zum Natur-Informations-Zentrum.

Bild links: Die Holzkonstruktion für den neuen Unterrichtsraum wird eingebaut.
Bild rechts: Bauleiter Johann Mayer koordiniert die Bautätigkeiten.


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Die neue Abteilung Astronomie
Die Beobachtung des Himmels, begeisterte die Menschheit seit Beginn ihrer Existenz. In der zum Weltkulturerbe zählenden »Höhle von Lascaux«, die aufgrund ihrer herausragenden Höhlenbilder auch als »Sixtinische Kapelle der Frühzeit« bezeichnet wird, finden sich astronomische Darstellungen, deren Alter auf 17.000 bis 15.000 vor Chr. datiert werden.

Aufgrund der Faszination, die die Beschäftigung mit dem Sternenhimmel auslöst, bot die NVL in der jüngeren Vergangenheit stets gut besuchte astronomische Vortragsveranstaltungen an. Sternenkundlich interessierte Mitglieder äußerten den Wunsch, ein Forum zum Austausch zu bekommen. Deshalb gründete die NVL auf der Mitgliederversammlung 2018 die Abteilung Astronomie.

Neben Vorträgen und Exkursionen bietet ein »Stammtisch« die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen. Vorkenntnisse sind keine Bedingung für die Teilnahme. Jeder kann hier seine Fragen, Ideen und Wünsche einbringen.

Wegen der aktuellen Corona Lage finden z. Zt. keine Treffen statt.

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Positive Entwicklung der Streuobstwiese in Kananohe
Auf unserer Streuobstwiese in Kananohe ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung:
2015 wurde im Auftrag der Region Hannover ein neuer großer Teich angelegt! Vorschläge dafür hatte die NVL schon viele Jahre diskutiert und immer wieder ins Gespräch gebracht und beantragt.
Die viele Mühe und Arbeit hat sich gelohnt.

Bereits im Frühjahr 2016 wurden durch den Naturschutzbeauftragten der Stadt Langenhagen, Herrn Ricky Stankewitz an dem neuen großen, erst im vergangenen Herbst angelegten Teich bereits 7 rufende Laubfrösche nachgewiesen.

Bei einer Begehung durch die NVL im Juni wurden in diesem Gewässer dann zahlreiche Kaulquappen nachgewiesen.

Laubfrösche am neuen Gewässer

Laubfrösche am neuen Gewässer
Foto: Ricky Stankewitz
Nach dem Abtransport des Aushubes vom letzten Jahr und weiterer Planierungsarbeiten auf etwa der Hälfte der Fläche der Streuobstwiese waren 2016 keine weiteren größeren Pflegemaßnahmen notwendig.

Um aber die weitere Ausbreitung der Kanadischen Goldrute (Solidago canadensis) durch Samen im nördlichen Bereich der Streuobstwiese zu begrenzen, wurde der für den 26.11.2016 vorgesehene Arbeitseinsatz auf den 4.10. vorgezogen. Hierbei wurden nur alle Samenstände und Blüten der Goldrute entfernt.

Unser Abteilungsleiter Biotopmanagement, Herr Henning Eichelkraut beobachtet die Entwicklung auf der Streuobstwiese und schlägt dem Vorstand geeignete Maßnahmen für Arbeitseinsätze vor.

Wer Interesse an der weiteren Entwicklung und Pflege dieses wunderschönen Ökosystems hat, ist herzlich eingeladen, mit zu arbeiten.
Interessenten melden sich bitte bei Henning Eichelkraut oder Hans-Jürgen Ratsch. Die Kontaktdaten finden Sie unter Kontakte.

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Seltenheit im Schutzgebiet Sandgrube Engelbostel entdeckt
In der Sandgrube in Engelbostel gelang Mitgliedern der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen ein bemerkenswerter Fund. In einem Hochstaudenpulk von Goldrute, Lichtnelke, Brennnesseln und Gräsern kunstvoll eingeflochten hing das kugelige Grasnest einer Zwergmaus, mit dem typischen winzigen Einschlupf an der Seite und nicht größer als ein Tennisball. Die NVL ist hocherfreut über diesen Zuwanderer. In ihrem abwechslungsreichen Biotop, ist die Zwergmaus doch der kleinste europäische Nager und so heimlich, dass man viel Geduld bei der Beobachtung aufbringen muss. Aber man muss sie nicht unbedingt sehen, denn auch ein Nestfund ist ein untrüglicher Nachweis.

Die 6 cm lange Zwergmaus – noch einmal so lang ist der Schwanz – würde in ein Teelicht passen. Sie lebt von Samen und Früchten der Gräser und Kräuter und von Insekten. Trotz ihrer Kleinheit (oder gerade deswegen) ist sie sehr reproduktiv. Drei- bis viermal im Jahr kommen im mit Rohrkolbenflusen und Weidenkätzchen-wolle ausgepolsterten Nest 4 bis 8 nackte, blinde Mäuschen zur Welt.

Eine Besonderheit unterscheidet Zwergmäuse von allen übrigen Arten ihrer großen Nagerfamilie: Ein Greifschwanz, den sie um Halme und Stängel wickeln und bei den akrobatischen Kletteraktionen im Halmgewirr zusätzlichen Halt verleiht. In vielen Tierbüchern werden sie als besonders possierlich, anmutig und liebenswert beschrieben.

Das alte Nest konnte ohne Bedenken herausgeschnitten werden, denn es wird nie mehr benutzt.
Es wird seinen Platz finden bei den Ausstellungsobjekten der NVL im Wasserturm.
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