Naturkundliche Vereinigung Langenhagen e.V.
NVLer unterwegs in Schleswig - Holstein
Mitglieder der Naturkundlichen Vereinigung verbrachten ein interessantes Himmelfahrts-wochenende unter Leitung von Dr. Claudio Burgath in Schleswig - Holstein und unternahmen zahlreiche Exkursionen vor Ort.

Schon bei der Anreise wurde eine Rast an Hünengräbern gemacht und Dr. Burgath erklärte diese Anlagen.

Anschließend folgte eine Führung durch das Dosenmoor bei Neumünster-Einfeld, das größte und besterhaltene Hochmoor Schleswig-Holsteins.

Die Schwimmschweine fühlen sich beim Baden offenbar besonders wohl.

Die Schwimmschweine fühlen sich beim Baden offenbar besonders wohl.
Nachdem die Teilnehmer ihr Quartier in Nortorf, dem geografischen Mittelpunkt Schleswig-Holsteins, bezogen hatten, folgte das gemeinsame Abendessen und ein anstrengender Tag fand seinen Abschluss bei einem netten Umtrunk.

Der nächste Tag führte die Gruppe zur Arche Warder, ein Tierpark der besonderen Art. Hier werden vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen gezüchtet. Besonders interessant fanden die Teilnehmer die Woll- und die Schwimmschweine. Wer Lust hatte, konnte nach der Führung und dem gemeinsamen Mittagessen noch den gleichzeitig stattfindenden Mittelaltermarkt besuchen.

Ammoniten im Eiszeitmuseum Lütjenburg

Ammoniten im Eiszeitmuseum Lütjenburg

Am dritten Tag wurden das Eiszeitmuseum in Lütjenburg und der Ostseestrand bei Hohenfelde erkundet. Am Steinstrand erklärte Geologe Dr. Burgath den Steinkreislauf und bestimmte die Fundstücke. Vom Geologen erfuhr die Gruppe viel über die Erkennungsmerkmale von Granit, Gneis, Kalk-, Feuer- und Sandsteinen. Auch die Zusammenhänge zwischen der Entstehung der Steine und ihren Fundorten erklärte Dr. Burgath.

Da auf der Rückreise sicherlich sehr viel Verkehr herrschen würde, gab es am letzten Tag keine gebuchte Führung mehr. Auf einem Kulturlandschafts-lehrpfad in Siek konnte jeder in seinem eigenen Tempo den Weg erkunden oder erhielt auf Wunsch auch hier nähere Erläuterungen zu den einzelnen Stationen dieses Lehrpfades.
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Reptilien und Amphibien im Wasserturm
Freilandterrarianer zeigt lebende Schlangen
Josef Bruns aus Neustadt ist Besitzer eines Freilandterrariums und berichtete den ca. 35 Gästen im Wasserturm von den Lebensweisen, Lebensräumen, der Zucht und Ernährung der verschiedenen Schlangenarten. Fragen wurden ausführlich und informativ beantwortet. Alle Tiere wurden nicht der Natur entnommen, da dies verboten ist. Entweder hat Herr Bruns seine Tiere selbst gezüchtet oder von anderen Züchtern erworben um so Inzucht zu vermeiden. Bei der Ringelnatter handelt es sich um die größte in Deutschland lebende Schlange. Sie kann bis zu 1,70 m lang und 35 Jahre alt werden. Ihren Namen hat sie von den beiden auffälligen gelben Nackenflecken, die fast einen vollständigen Halsring bilden. Im Gegensatz zu der Kreuzotter handelt es sich bei der Ringelnatter um eine ungiftige Schlange, die ihre Beutetiere erwürgt. Da sie sich überwiegend von Erdkröten und Fröschen ernährt, ist sie meist in Gewässernähe anzufinden. Für den Menschen ist sie ungefährlich. Auch die Schlingnatter ist ungiftig, sie ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Schlangenart
Milchnatter

Die Milchnatter stammt aus Texas und war früher bei den Indianern wegen ihrer auffälligen Farbgebung ein beliebtes Tier.


Die hier gezeigte Milchnatter stammt aus Texas und war früher bei den Indianern wegen ihrer auffälligen Farbgebung ein beliebtes Tier. Im Gegensatz zur Korallschlange, die eine sehr ähnliche Färbung aufweist, ist die Milchnatter aber ungiftig. Bei der Äskulapnatter handelt es sich um die größte Schlangenart Europas. Früher lebte sie auch in Norddeutschland, heute ist es ihr hier zu kalt. Auf Grund des Klimawandels ist es durchaus möglich, dass auch diese Schlangenart wieder bei uns heimisch wird. Bekannt ist diese Schlange, benannt nach dem griechischen Gott Äskulap, auch vom Äskulapstab, dem Symbol der Human- und Tiermediziner und ebenso ist die im Logo der Apotheker zu finden.

Feuersalamander leben überwiegend in Laubwäldern. Er war das Reptil des Jahres 2016. Durch Drüsen an Kopf und Rücken wird ein giftiges Sekret ausgeschieden, dass Fressfeinde abwehren soll. Für den Menschen ist es in der Regel ungefährlich aber für Haustiere wie Katzen und Hunde kann das Fressen eines Feuersalamanders durchaus gefährlich sein. Das von Herrn Bruns gezeigte Exemplar einer Leopardnatter stammt aus Kreta. Es wurde auf einem Schiff gefunden, das im Kieler Hafen angelegt hatte und für das eine artgerechte Unterbringung gesucht wurde. Diese Schlangenart ist die schönste europäische Schlange.
Feuersalamander

Für den Menschen ist der Feuersalamander ungefährlich. Für Haustiere kann das Fressen eines Feuersalamanders aber gefährlich sein.


Nachdem die gezeigten lebenden Tiere ausführlich besprochen worden waren, wurden noch viele Fragen zur Kreuzotter und zur Blindschleiche, dem Reptil des Jahres 2017 beantwortet. Bei der Blindschleiche handelt es sich um keine Schlange, sondern um eine Echsenart, der im Laufe der Evolution die Beine verloren gegangen sind. Die Tiere sind nicht blind, wie der Name vermuten lässt. Er stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet “blinkend”. Bei Berühren des Schwanzes bricht dieser ab und wächst anschließend nur teilweise wieder nach. Kurze gezeigte Filme z. B. über Revierkämpf und fressen der Beute rundeten das Programm ab.

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Gebäudebrüterschutz auch in Langenhagen
Die NVL hatte Frau Regine Tantau vom BUND in ihren Räumen im Wasserturm zu Gast. Frau Tantau ist Fachfrau auf dem Gebiet zur Rettung der Gebäudebrüter, wie es z. B. Mauersegler, Mehlschwalben und auch Spatzen sind.

Die gut 20 Zuhörer erfuhren, dass sie hier in der Region Hannover nicht nur Architekten und Baugenossenschaften, sondern auch Privatpersonen dabei berät, was getan werden kann, um diesen nützlichen Vögeln gute Nistmöglichkeiten an Gebäuden zu bieten.
Auch die Stadt Langenhagen hat sich verpflichtet an öffentlichen Gebäuden Gebäudebrüterschutz zu betreiben.

Schwalben ernähren sich ausschließlich von fliegenden Insekten. Wer also Schwalben eine Nistmöglichkeit bietet, hat mit Mücken keine Plage. So kann sich die Nistmöglichkeit auch in der Nähe einer asphaltierten Straße befinden, denn über dem sich erwärmenden Asphalt fliegen mehr Insekten als über einer kühlen Wiese.

Frau Tantau berichtete, wo sich in Langenhagen schützenswerte Kolonien befinden und wo ihnen Gefahr droht durch die Zerstörung ihrer bisherigen Nistmöglichkeiten oder dem Wegfall ihrer Nahrungsquelle.

Kunstnester, die gern von diesen Vögeln angenommen werden, gibt es von verschiedenen Herstellern. Was jedoch auch nicht fehlen darf, ist eine ständig befeuchtete Lehmpfütze, die den Vögeln Baumaterial zum Ausbau der angebotenen »Fertighäuser« liefert. Auch solche Lehmpfützen lassen sich künstlich anlegen.

Nisthilfen im Örtzeweg

Nisthilfen für das Mehlschwalbenprojekt im Oertzeweg in Langenhagen
Verschmutzungen an den Gebäuden durch Kot, können durch Kotbretter oder auch andere Installationen vermieden werden. Wer sich für die Anbringung solcher Kunstnester an seinem Eigenheim interessiert, kann sich gern an Michael Smykalla unter michaelsmy@web.de wenden. Herr Smykalla gibt nützliche Tipps, welche Himmelsrichtung vorteilhaft ist, ob Giebel oder Traufe geeigneter sind, ob genügend Nahrungsquellen in der Nähe vorhanden sind oder ob der freie Anflug an die Nester gewährleistet ist.

Aber auch für alle anderen Fragen rund um das Thema »Gebäudebrüter« steht er zur Verfügung. Herr Smykalla hat auch das Mehlschwalbenprojekt im Oertzeweg in Langenhagen seinerzeit mit betreut. Mit Hilfe verschiedener Sponsoren, darunter die »Bingo – Umweltlotterie« wurden an einigen Häusern im Oertzeweg Nisthilfen für Mehlschwalben installiert.

Nisthilfen für Mehlschwalben sollten an der Ostseite eines Gebäudes angebracht werden. Werden die Nisthilfen unter einem Dachüberstand angebracht (Traufe), ist die Himmelsrichtung jedoch egal.
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Der Waldkauz – Vogel des Jahres 2017 – brütet im Wasserturm im Eichenpark
Die Erfolgsgeschichte begann im Jahr 1988 damit, dass die Klasse 7f der IGS Mühlenberg mit ihrem Lehrer Hans-Jürgen Ratsch bei einer Exkursion in den Zoo Hannover das Angebot bekam, drei junge Schleiereulen vom Zoo zu übernehmen, um sie in Langenhagen aus zu wildern.

Für dieses Projekt wurde die oberste Etage des Wasserturms von der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen e.V. (NVL) artgerecht für die Schleiereulen hergerichtet und in den folgenden Jahren wurden von diesen Elterntieren ca.70 junge Eulen ausgebrütet und dann in die Freiheit entlassen.
Auch nach dem Ende dieses Projekts brüteten die Schleiereulen weiterhin regelmäßig oben im Turm.



Waldkauz im Turmdach
(Foto: Konrad Thye)
Jahre später waren sie dann auf einmal verschwunden, weil ein Waldkauzpaar diesen idealen Brutplatz für sich entdeckt hatte. Die Schleiereulen zogen um in die ehemalige Friedhofskapelle auf der anderen Wegseite der Stadtparkallee. Seitdem brüten die Waldkäuze regelmäßig unter dem Turmdach. Im Jahr 2017 hat der NABU den Waldkauz zum Vogel des Jahres gekürt und der versierte Ornithologe Konrad Thye konnte am 22.03.2017 ein wundervolles Bild eines Waldkauzes im Turmdach machen.

Konrad Thye weist darauf hin, dass die Jungkäuze, die eventuell demnächst wieder im Eichenpark am Boden „gefunden“ werden, keinesfalls hilflos oder „aus dem Nest gefallen“ sind, sondern arttypisch solche Ausflüge unternehmen. In aller Regel klettern die flugunfähigen Ästlinge sehr geschickt am Stamm der Bäume wieder nach oben, wo sie meist gemeinsam mit ihren Geschwistern auf einem Ast (daher der Name Ästlinge) den Tag verdösen. Passanten sollten sie also auf keinen Fall mitnehmen oder auch nur anfassen, das könnten die Altkäuze, die stets in der Nähe sind, übel nehmen und angreifen!
Leider werden immer wieder Jungvögel mitgenommen, die Tierärztliche Hochschule Hannover kann ein Lied davon singen. Wichtig für alle Parkbesucher, Spaziergänger und Hundebesitzer ist, die am 1. April beginnende Brut- und Setzzeit zu beachten und die damit verbundene Anleinpflicht für Hunde zu respektieren. Auch wenn Hasso "nur spielen will", kann das für einen jungen Kauz durchaus tödlich enden, wenn im Hund plötzlich der Jagdinstinkt durchbricht!
Übrigens gilt dies uneingeschränkt auch für streunende Hauskatzen, für die es natürlich keinen Leinenzwang gibt, die im Gegensatz zu Hunden aber immer jagen, selbst wenn sie satt sind.
Insofern appeliert die NVL an die Tierliebe der Katzenhalter, ihre Tiere während der Brutzeit einzusperren oder zumindest mit Glöckchen auszustatten, die Vögel vor der nahenden Gefahr warnen können.
So kann jeder Mitbürger seinen Teil dazu beitragen, dass wir auch in unserer Stadt der Natur Raum zum Überleben geben.

Wer mehr über den Waldkauz erfahren möchte, möge auf das Programm der NVL achten.
Im 2. Halbjahr 2017 wird Gunter Halle (NABU Langenhagen) diese wunderbare Eulenart im Vortragsraum der NVL im Wasserturm vorstellen.
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Ehrung von NVL-Mitgliedern beim Stadtempfang 2017
Kurt Kritten und Johann Mayer wurden für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz beim Ausbau des Wasserturms im Eichenpark zum NIL (Natur In-
formationszentrum Langenha-
gen) ausgezeichnet.
Bürgermeister Mirko Heuer überreichte den beiden Hand-
werksmeistern die Ehrenur-
kunden und Ehrennadeln der Stadt Langenhagen.
In seiner Laudatio betonte Bürgermeister Heuer die Be-deutung des Ehrenamts für  viele Lebensbereiche unserer Stadt.



Kurt Kritten (links) und Johann Mayer wurden für ihre langjährige Tätigkeit geehrt
In den Bereichen naturkundliche Bildungsarbeit und angewandter Natur- und Artenschutz haben sich Kurt Kritten und Johann Mayer besondere Verdienste erworben. Durch den Ausbau des alten Wasserturms im Eichenpark zum NIL wurde es möglich, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen viele Themen aus der Botanik, Zoologie, Ökologie und den Geowissenschaften näher zu bringen.

Darüber hinaus haben sich beide für die Schülerfirma "Imkerei" engagiert und besonders das Projekt: "Bücherskorpione als Varroabekämpfer" mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit unterstützt. Mit diesem Projekt soll dem weltweiten Bienensterben entgegen gewirkt werden.

Der Vorsitzende der NVL, Hans-Jürgen Ratsch beglückwünschte die beiden langjährigen Mitglieder und betonte, dass sie diese Ehrung wahrhaft verdient haben.

Fotos: Antje Bismark
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Positive Entwicklung der Streuobstwiese in Kananohe
Auf unserer Streuobstwiese in Kananohe ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung:
2015 wurde im Auftrag der Region Hannover ein neuer großer Teich angelegt! Vorschläge dafür hatte die NVL schon viele Jahre diskutiert und immer wieder ins Gespräch gebracht und beantragt.
Die viele Mühe und Arbeit hat sich gelohnt.

Bereits im Frühjahr 2016 wurden durch den Naturschutzbeauftragten der Stadt Langenhagen, Herrn Ricky Stankewitz an dem neuen großen, erst im vergangenen Herbst angelegten Teich bereits 7 rufende Laubfrösche nachgewiesen.

Bei einer Begehung durch die NVL im Juni wurden in diesem Gewässer dann zahlreiche Kaulquappen nachgewiesen.

Laubfrösche am neuen Gewässer

Laubfrösche am neuen Gewässer
Foto: Ricky Stankewitz
Nach dem Abtransport des Aushubes vom letzten Jahr und weiterer Planierungsarbeiten auf etwa der Hälfte der Fläche der Streuobstwiese waren 2016 keine weiteren größeren Pflegemaßnahmen notwendig.

Um aber die weitere Ausbreitung der Kanadischen Goldrute (Solidago canadensis) durch Samen im nördlichen Bereich der Streuobstwiese zu begrenzen, wurde der für den 26.11.2016 vorgesehene Arbeitseinsatz auf den 4.10. vorgezogen. Hierbei wurden nur alle Samenstände und Blüten der Goldrute entfernt.

Unser Abteilungsleiter Biotopmanagement, Herr Henning Eichelkraut beobachtet die Entwicklung auf der Streuobstwiese und schlägt dem Vorstand geeignete Maßnahmen für Arbeitseinsätze vor.

Wer Interesse an der weiteren Entwicklung und Pflege dieses wunderschönen Ökosystems hat, ist herzlich eingeladen, mit zu arbeiten.
Interessenten melden sich bitte bei Henning Eichelkraut oder Hans-Jürgen Ratsch. Die Kontaktdaten finden Sie unter Kontakte.

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Naturschutzwoche für Kinder in der ehemaligen Sandgrube Engelbostel - ein Ökosystem der Region, Entstehung und Erhaltung für den Naturschutz

Ein lehrreicher Schulausflug mit der NVL im Ökosystem Sandgrube Engelbostel.
In Kooperation mit dem BioLAB der IGS Mühlenberg und gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung.
Am 14. November hatte die NVL wieder einen Einsatz in der Sandgrube Engelbostel. Zusammen mit vielen fleißigen Helfern, wurde in der Sandgrube praktischer Naturschutz betrieben. An dem Pflegeeinsatz zum Erhalt dieses Ökosystems waren dieses Jahr wieder Schüler der IGS Langenhagen, der IGS List und der IGS Mühlenberg beteiligt. Vielen Dank für eure Hilfe! Zusammen mit den Schülern von Herrn Hans Christoph Greeske (IGS Langenhagen), Hans-Jürgen Ratsch (IGS List) und Matthias Grützmacher (IGS Mühlenberg) hat die NVL an diesem Wochenende einiges bewegt. Es wurden umgestürzte Bäume beseitigt, die Teiche frei gelegt und man ist wieder gegen die Überwucherung von offenen Sandflächen durch kanadische Goldrute und Brombeeren vorgegangen. Das Holz der umgestürzten Bäume wird die Schülerfirma Imkerei zum Drechseln verwenden. An dieser Stelle auch vielen Dank an die Helfer der Schülerfirma Imkerei der IGS List. Unter der Anleitung von Dr. Klaus-Peter Burgath wurde die Eiche am Steilhang ein wenig entastet, nun fällt wieder mehr Licht in die Sandgrube. Licht als abiotischer Umweltfaktor ist sehr wichtig, genauso wichtig ist aber auch der Boden für das Ökosystem. Um Informationen darüber zu bekommen, müssen Bodenproben genommen und analysiert werden. Dr. Burgath erläuterte den Schülern die Abfolge der verschiedenen Bodenschichten und wird mit ihnen in der Schule im Rahmen der Nachbereitung der Exkursion ein Bodenprofil erstellen.
Arbeitseinsatz Sandgrube

Dr. Klaus-Peter Burgath erläutert Schülern die Abfolge von Bodenschichten
                                                  Foto: H.-J. Ratsch


Henning Eichelkraut (komm. Abteilungsleiter Biotopmanagement der NVL), der gemeinsam mit Herrn H.-J. Ratsch die Leitung des diesjährigen Pflegeeinsatzes übernommen hat, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt. Die NVL ist mit dem Einsatz und der gesamten Entwicklung des Ökosystems Sandgrube sehr zufrieden. „Das Schutzgebiet hat sich prächtig entwickelt und ist auf einem guten Weg, wir können das Ökosystem immer mehr sich selbst überlassen“ so Herr Eichelkraut.

Herr Ratsch hat die beteiligten Schüler durch das Schutzgebiet geführt. Auf der Tour durch das Gebiet haben die Schüler einiges über die Pflanzen, die Tiere und den Boden des Ökosystems Sandgrube gelernt. Den Kindern wurden die Baumarten, die als erste auf sandigem Boden Fuß fassen (Primärbesiedlung) erklärt. Zu diesen Arten gehören Sandbirke, Espe, Saalweide und die Rubine. Auf die Unterschiede von heimischen Wildkräutern und Pflanzen, die aus Gartenabfällen stammen (z.B. die panaschierte Goldnessel) wurden die Kinder ebenfalls aufmerksam gemacht.
Zwergmaus

Europäische Zwergmaus (Micromys minutus) mit Nest                                     Foto: H.-J. Ratsch


Am interessantesten fanden die kleinen Naturliebhaber aber die Tiere der Sandgrube. Die heimische Tierwelt hat nicht nur für die Kinder eine besondere Bedeutung, sondern spielt auch für das Ökosystem eine wichtige Rolle. Zu den Bewohnern des Schutzgebietes zählen der Feldhase und andere kleine Säugetiere, wie die Zwergmaus. Auf der Tour haben die Schüler fünf Nester der Zwergmaus gefunden und sie im BioLAB der IGS Mühlenberg sichergestellt. Einige Reptilien und Amphibien zählen ebenfalls zu den Bewohnern der Sandgrube.

Der diesjährige Pflegeeinsatz für das Schutzgebiet Sandgrube Engelbostel war also nicht nur für den Erhalt des Ökosystems ein voller Erfolg, sondern auch ein lehrreicher Tag für viele Naturliebhaber, egal ob groß oder klein. Abgerundet wurde er durch die kulinarischen Genüsse, die die Eltern der Forscherklasse 7f unter Federführung von Frau Schepp, Herrn Rentrop, Herrn Dittmar und Herrn Maaser vorbereitet hatten.

Nach der Stärkung mit leckeren Speisen und Kinderpunsch ging es in das wohlverdiente Restwochenende.

Text: Hendrik Fuge, Pressereferent der NVL
        Hans-Jürgen Ratsch, NVL und FBL Naturwissenschaften der IGS List
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Aus der Frühzeit der Eisenerz-Verhüttung im Wietzetal - die NVL experimentiert mit einem selbstgebauten Rennofen
Fauchend steigt das heiße Gas-Dampf-Gemisch im glockenförmigen Kamin auf. Nach dem Austritt formt sich eine beeindruckende weiße Wolke, die sich schnell verflüchtigt.
Das Gemisch wird in einer wärmeisolierten Kammer an der Basis des Kamins freigesetzt. In dieser Kammer werden unter Einsatz von glühender Kohle und Zufuhr von Sauerstoff mittels Blasebalg Temperaturen von über 1000 °C erreicht. Die Kammer ist das Herzstück eines „Rennofens“ der das Aufschliessen oxidischer Eisenerze und die Extraktion von metallischem Eisen ermöglicht. Die mitanfallenden Verunreinigungen des Erzes fließen als „Rennschlacken“ an der Basis der Schmelzkammer ab.
Rennöfen wurden nach archäologischen Befunden bereits seit dem Ende des 1. Jahrtausends vor Chr. betrieben. Für die Raseneisenerz-Vorkommen des Wietzetales ist die Verhüttung bis mindestens 1400 nach Chr. belegt. Davon zeugen die ausgegrabenen ‚Waldschmieden’ bei Wieckenberg und zahlreiche Lesesteinhaufen mit Eisenerz und Schlacken im Wietzetal. Herausgefordert, die jahrtausendealte Technologie des Rennverfahrens durch eigenes Experimentieren besser zu verstehen und die Erfahrungen an Schulklassen und andere Interessenten weiter zu geben, hat die NVL in den letzten Wochen einen Rennofen entworfen und auf dem Gelände des Wasserturms im Eichenpark aufgestellt. Nach dem Aufbau und einer einwöchigen Aushärtung eines Lehm-Mantels wurde der Ofen zunächst nur mit Holzkohle beschickt und mehrere Stunden vorgeheizt. Nach der Abkühlung wurden abwechselnd kleingehacktes Erz und Holzkohle in die Kammer eingefüllt und unter Sauerstoffzufuhr zum Glühen gebracht. Nach kurzer Zeit verlief der Verhüttungsprozess eigendynamisch und war nach 5 Stunden abgeschlossen.

Mit großer Spannung und Erwartung wurde die Ofenkammer am folgenden Tag geöffnet. Das Fehlen großer Eisenklumpen und entsprechender Mengen von Schlacke enttäuschten etwas, war aber nach der geringen eingesetzten Erzmenge und der vergleichsweise kurzen Prozessdauer (sonst werden mehrere Tage angesetzt) dieses Projektes mit Pilotcharakter kaum zu erwarten. Zahlreiche kleine gekröseförmige Schlackenreste und magnetische Körnchen, in Schatzgräberart mit einem Magneten aus dem Ofeninhalt ausgelesen, zeigen aber an, dass die erwünschte hohe Reaktionstemperatur zumindest ansatzweise erreicht wurde. Weiterhin sind aus der Untersuchung des eingesetzten Materials, sowohl für den Bau des Ofens und den behandelten Ofeninhalt (Erz, Holzkohle) nach ersten Befunden weitere interessante Erkenntnisse zu erwarten. Der selbstgebaute Ofen der NVL ist bereits bei der Konstruktion für eine mehrfache Verwendung angelegt worden, im Unterschied zu vielen anderen Rennöfen, die nach einmaliger Benutzung zerstört werden müssen. Das spannende Experiment soll deshalb mit den Erfahrungen des Pilotprojektes noch einmal am 28. August durchgeführt werden.



Blick ins Innere des Ofens beim Aufheizen mit reiner Buchenholz-
kohle.
Foto: Karsten Nicolai


Ins Innere des Ofens gerichtetes Blasrohr zur Erhöhung der Sauer-
stoffzufuhr.
Foto: NVL
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Einfach schön! - Waldkauz Nachwuchs aus dem NiL
von Ricky Stankewitz
Die Waldkäuze vom Wasserturm / NiL haben es auch in diesem Jahr geschafft vier Küken ins Ästling-Stadium zu bringen.

Nachts sind die Tiere durch laute Bettelrufe zu hören und schlafen tagsüber auf den Nadelbäumen im Umfeld des Wasserturms.

Waldkäuze im Ästlings-Stadium sind noch nicht voll flugfähig, können aber schon kurze Strecken flatternd überwinden. Dabei kommt es gelegentlich vor, dass die tollpatschigen Jungvögel einen angepeilten Ast verfehlen und der Flugversuch auf dem Boden endet. Auch am Boden werden die jungen Waldkäuze weiter von den Altvögeln versorgt, so dass keine menschliche Unterstützung notwendig ist. Am Boden sitzende Waldkauzjungvögel auf keinen Fall versuchen anzufassen. Wenn die Altvögel eine Bedrohung für ihren Nachwuchs wahrnehmen, werden sie Diesen durch Angriffe verteidigen, wobei es auch zu Verletzungen kommen kann.

Am Ostermontag konnte ich drei der Ästlinge mittags beim Kuscheln beobachten. Am Abend wollte ich noch mal Fotos durch das Spektiv machen und habe dabei auch den vierten Ästling gefunden. Leider waren sie nicht bereit alle für ein Gruppenfoto zu posieren. Einer der Altvögel hat am Stamm geschlafen und immer ein wachsames Auge auf die Jungvögel gehabt.

Viel Freude beim Betrachten der Bilder!

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Gebt der Natur eine Chance – sie wird sie nutzen!
Großartiger Erfolg der Naturschutzarbeit in der St. Paulusgemeinde in Langenhagen
Am 08.04.2015 hatte der Kirchenvorstand der St. Paulus Gemeinde unter Federführung der Kirchenvorstände Isabel Wagemann-Steidel und Ralf Mielke zum „Frühjahrsputz“ des Außengeländes eingeladen und viele fleißige Helfer kamen.

Seit Jahren werden die Freiflächen unter ökologischen Gesichtspunkten gepflegt und viele verschiedene Pflanzen- und Tierarten haben hier – mitten in unserer Stadt – eine Heimat gefunden.

Gemeinsam mit der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen e.V. (NVL) wurden Heckenstrukturen und Staudenbeete angelegt, Wildbienenhotels und Nistkästen angebracht und Überwinterungsquartiere für Igel, Spitzmäuse und Erdkröten geschaffen.

Die für die Pflanzen notwendigen Nährstoffe werden in einer Kompostieranlage hergestellt. In diesen Kompostern tauchten beim Arbeitseinsatz außergewöhnliche „Überraschungsgäste“ auf. Zahlreiche Nashornkäfer, deren Larven bereits 2014 gefunden worden waren, kamen beim Umsetzen des Komposts zum Vorschein. Diese inzwischen sehr selten gewordenen Insekten scheinen sich auf dem St. Paulus Gelände sehr wohl zu fühlen.
Nashornkäferweibchen

Nashornkäfer Weibchen (Oryctes nasicornis) legen ihre Eier gern in Komposthaufen ab.
Foto: R. Mielke

Darüber hinaus konnten die Mitarbeiter viele „Gehörnte Mauerbienen“ (Osmia cornuta) an der Wildbienenwand am Glockenturm beobachten, die vor fünf Jahren in Kooperation mit der NVL dort angebracht worden ist.

Spontan erklärten sich zwei Kinder, die eigentlich mit ihrer Großmutter zum Spielen auf das St. Paulus Gelände gekommen waren, bereit, die Wildbienenwand mit hohlen Pflanzenstengeln zu bestücken, um diesen wunderschönen Wildbienen weiteren Brutraum zu schaffen.

Der Arbeitseinsatz hat wieder einmal gezeigt, dass sich ehrenamtliches Engagement für mehr Natur in unserer Stadt lohnt und das die St. Paulus Gemeinde die Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“, die ihr 2010 vom Vorsitzenden des NABU Langenhagen, Ricky Stankewitz verliehen worden ist, im Sinne der Nachhaltigkeit verdient hat.

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Wir haben heute wieder »ein bißchen die Welt gerettet«!
Schüler pflanzen Rotbuchen im Fuhrberger Forst
Im Rahmen des Projekts »plant for the planet«, das die NVL seit vielen Jahren unterstützt, wurden gemeinsam mit der IGS List und der IGS Mühlenberg - unter Leitung von Matthias Grützmacher mit seinem BioLAB - 3200 Rotbuchen im Fuhrberger Forst gepflanzt, um den vorhandenen Nadelwald in einen Mischwald umzubauen und damit die Trinkwasserqualität für die Region Hannover zu verbessern. Die IGS Mühlenberg war mit zwei Klassen im Einsatz, die IGS List ebenfalls mit den Forscherklassen 5f (Leitung: Frederike Mahnke) und 6f (Leitung: Hans-Jürgen Ratsch). Durch die tatkräftige Unterstützung bei der Betreuung der Schülergruppen durch Johan Linnenbrink (FÖJ - IGS List) , die Unterrichtshelfer Tino und Norina Sin Too und Dr. Klaus-Peter Burgath (Abteilungsleiter Geowissenschaften der NVL), sowie Hennig Eichelkraut (NVL) konnten ca. 120 Schüler lernen, wie Bäume gepflanzt werden, warum ein Waldumbau notwendig ist und welche Auswirkungen ein funktionierendes Waldökosystem auf unser Trinkwasser hat.

Der erste Vorsitzende verabschiedet Regina und Werner Kirschning

Vincent Keichel (5f) und Julius Jung (6f) bessern in Handarbeit ein Pflanzloch nach - toller Einsatz!!!!
Gemeinsam mit »enercity« und dem verantwortlichen Team um den Förster Herrn Schröder konnte dieses Projekt, das wir vor nunmehr 8 Jahren begonnen haben, erneut in die Tat umgesetzt werden.

Allen Beteiligten an dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön.
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Seltenheit im Schutzgebiet Sandgrube Engelbostel entdeckt
In der Sandgrube in Engelbostel gelang Mitgliedern der Naturkundlichen Vereinigung Langenhagen ein bemerkenswerter Fund. In einem Hochstaudenpulk von Goldrute, Lichtnelke, Brennnesseln und Gräsern kunstvoll eingeflochten hing das kugelige Grasnest einer Zwergmaus, mit dem typischen winzigen Einschlupf an der Seite und nicht größer als ein Tennisball. Die NVL ist hocherfreut über diesen Zuwanderer. In ihrem abwechslungsreichen Biotop, ist die Zwergmaus doch der kleinste europäische Nager und so heimlich, dass man viel Geduld bei der Beobachtung aufbringen muss. Aber man muss sie nicht unbedingt sehen, denn auch ein Nestfund ist ein untrüglicher Nachweis.

Die 6 cm lange Zwergmaus – noch einmal so lang ist der Schwanz – würde in ein Teelicht passen. Sie lebt von Samen und Früchten der Gräser und Kräuter und von Insekten. Trotz ihrer Kleinheit (oder gerade deswegen) ist sie sehr reproduktiv. Drei- bis viermal im Jahr kommen im mit Rohrkolbenflusen und Weidenkätzchen-wolle ausgepolsterten Nest 4 bis 8 nackte, blinde Mäuschen zur Welt.

Eine Besonderheit unterscheidet Zwergmäuse von allen übrigen Arten ihrer großen Nagerfamilie: Ein Greifschwanz, den sie um Halme und Stängel wickeln und bei den akrobatischen Kletteraktionen im Halmgewirr zusätzlichen Halt verleiht. In vielen Tierbüchern werden sie als besonders possierlich, anmutig und liebenswert beschrieben.

Das alte Nest konnte ohne Bedenken herausgeschnitten werden, denn es wird nie mehr benutzt.
Es wird seinen Platz finden bei den Ausstellungsobjekten der NVL im Wasserturm.
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